Holstein Kiel in der Kritik: Verein rudert zurück

Überraschende Wende im Fall der geplanten Ausgliederung der Frauenfußball-Abteilung Holstein Kiels. Der Verein rudert zurück, will die Holstein Women nun doch in seinem Verein behalten.

Noch vor wenigen Tagen herrschte großes Entsetzen in Kiel: Am Freitagabend verkündete die KSV Holstein per Pressemitteilung, dass sich das Präsidium dazu entschieden hat, „die Kräfte zu bündeln, um sich ganz der Arbeit im Herrenbereich und im männlichen Nachwuchs zu widmen.“ Die Frauenfußballabteilung schließe sich deshalb zur kommenden Saison dem VfB Kiel an. Betroffen seien drei Mannschaften: die Regionalliga- und Landesliga-Damen sowie die B-Juniorinnen.

Das Regionalliga-Team reagierte geschockt. „Ich war davon total überrascht. Eine vorherige Rücksprache hat es nicht gegeben“, so Trainer Bernd Begunk, der sich seit 2005 im Holstein-Frauenfußball engagiert, gegenüber „Sportbuzzer“. „Es ist so, als wenn ein Lebensabschnitt zu Grabe getragen wird.“ Ob sich die Abteilung, wie von beiden Vereinen forsch angekündigt, tatsächlich dem VfB Kiel anschließt, lässt Begunk offen. „Mit uns ist noch nicht gesprochen worden. Wir wollen nicht unbedingt zum VfB, suchen einen Verein, der uns als vollwertige Abteilung aufnimmt und entsprechende Trainings- und Umkleidemöglichkeiten bietet.“

Am 01. Mai ruderte der Verein nun zurück, will die Holstein Women nun doch in seinem Verein behalten. Ein entsprechendes Angebot wurde nach Informationen des „Sportbuzzer“ am späten Dienstag Abend den Trainern der drei betroffenen Frauen- und Mädchen-Mannschaften unterbreitet. Demnach sollen die Regionalliga-Frauen, die in der Landesliga angesiedelte U23-Mannschaft sowie die U17-Juniorinnen weiter unter dem Dach der Störche kicken mit dem Ziel, die Finanzierung ihres Trainings- und Spielbetriebs in Zukunft auf eigene Beine zu stellen. Die bisher kaum vorhandene Vermarktung der Holstein Women – im Frauen-Fußball gibt es nur wenige zahlungswillige Sponsoren – sei der Grund, warum der Klub jährlich rund 100000 Euro in seine Frauenabteilung investieren muss. Die Vermarktung der Frauen soll künftig in Zusammenarbeit zwischen dem Verein und der Frauenfußball-Abteilung entwickelt werden.

Ob die Mannschaften das Rückkehr-Angebot annehmen, bleibt abzuwarten. Die Fans bildeten sich bereits ihre eigene Meinung zum Verein. Ein Auszug:



 

Foto: Erik Schlicksbier

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