USA schaffen den Hattrick – Niederlande folgen

Zum ersten Mal qualifiziert sich ein Team zum dritten Mal hintereinander für ein WM-Finale. Dort trifft die USA am Sonntag auf Europameister Niederlande. 

Historisch – zum ersten Mal qualifiziert sich ein Team zum dritten Mal hintereinander für ein WM-Finale. Die USA zogen – ohne die am Oberschenkel verletzte Megan Rapinoe – nach 2011, 2015 auch 2019 ins Endspiel der Frauen-WM ein (7. Juli um 17.00 Uhr), nachdem sie am Dienstagabend in einem packenden, temporeichen, dramatischen und spielerisch enorm hochklassischen Spiel starke Engländerinnen 2:1 besiegten und davon profitierten, dass Englands Kapitänin Steph Houghton einen Elfmeter verschoss und der VAR ein Abseitstor von Ellen White aberkannt hatte. Nach der frühen US-Führung durch Christen Press (10.) und der schnellen Antwort von White (18.) köpfte Geburtstagskind Alex Morgan ihr Team ins Finale (31.). „Wir haben heute alles gesehen: VAR, Elfmeter, einen Platzverweis. Es war alles drin, eine unglaubliche Nacht“, sagte der US-Superstar. Die englische Innenverteidigerin Millie Bright war kurz vor Schluss mit Gelb-Rot vom Platz geflogen.

Vor enttäuschender Zuschauerzahl (offiziell: 48.452) und halbleeren Rängen zog einen Tag später in einem lange enorm zähem Semifinale ins Endspiel ein. Bondscoach Sarina Wiegman rotierte überraschenderweise und stellte statt Shanice van de Sanden in ihrer Klubstadt Lyon Bayerns Lineth Beerensteyn auf. Die neben sich stehende und nur mit Schmerzmitteln spielen könnende Lieke Martens wurde nach einer Halbzeit ausgewechselt und wollte in der Mixed Zone hinterher nicht sprechen. Die Einwechslung des schnellen Publikumslieblings van de Sanden brachte erst den notwendigen Schwung rein – das erlösende Siegtor erzielte aber Jackie Groenen in der Verlängerung (99.), die bis Ende Juni noch beim 1. FFC Frankfurt unter Vertrag stand. In den letzten Minuten musste Kosovare Asllani schwer verletzt nach einem harten Schuss aus nächster Nähe in die Halsregion unbewusst vom Platz getragen werden. Fürs Finale versuchte die niederländische Cheftrainerin Wiegmann optimistisch zu klingen: „Es ist wunderbar, im Finale zu spielen. Es wird ein kompliziertes Spiel werden.“ Angesichts der beiden unterschiedlichen Niveaus der Halbfinals und der Verletzungssorgen um Martens wird es am Sonntag ganz schwer werden, damit der Europameister für eine Überraschung sorgen könnte. Nur die Torschützin klang gewohnt optimistisch: „Die Amerikanerinnen sind extrem stark. Aber in einem Spiel ist alles möglich“, sagte Groenen, die auch zur „Spielerin des Spiels“ gewählt wurde.

Paul Schönwetter

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