Neuer DFB-Präsident: Vorbild Neuseeland?

Nach dem Rücktritt des DFB-Präsidenten Reinhard Grindel: Ist man schon bereit für eine Frau an der Spitze des größten Sportverbandes der Welt?

Nach dem Rücktritt des 57-Jährigen sucht der Verband einen Nachfolger und wird sich dabei Zeit lassen. „Wir beschäftigen uns noch nicht mit Namen“, sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch auf die Frage der Nachfolge am Dienstagabend in der ARD-Sportschau. „Ganz sicher nicht in den nächsten Tagen und Wochen“ werde ein Kandidat für die Wahl auf dem DFB-Bundestag am 27. September vorgeschlagen. Nach dem Rücktritt von Grindel führt Koch den Verband zusammen mit DFL-Präsident Reinhard Rauball interimsmäßig an – wie schon nach dem Aus von Wolfgang Niersbach. „Wir müssen daran gehen, all diese Modernisierungsansätze, die wir seit Monaten diskutieren, umzusetzen“, sagte der 60-Jährige: „Ich hoffe, dass das mehr in den Fokus rückt. Wir werden im September einen neuen Präsidenten wählen. Den werden wir ausgucken, wenn wir wissen, wie die neuen Strukturen aussehen. Wir müssen einen ganz anderen Weg gehen und uns überlegen, warum jetzt mehrere Präsidenten hintereinander vorzeitig ihr Amt aufgeben musste“, so Koch weiter. Auf Nachfrage schloss Koch auch eine weibliche Nachfolge nicht aus.

Vorbild könnte der Neuseeländische Fußballverband sein. Dieser hatte gestern mit Johanna Wood erstmals eine Präsidentin gewählt. Wood, die im vergangenen Jahr für vier Jahre in das NZF-Exekutivkomitee gewählt wurde, ersetzt den amtierenden Präsidenten Phil Barry, der letzte Woche zurückgetreten ist. Barry selbst trat an die Stelle von Deryck Shaw, der im Oktober aufgrund von Beschwerden der Frauen-Nationalmannschaft über ihren österreichischen Trainer Andreas Heraf zurücktrat. „Wir haben eine Übergangsphase durchgemacht und durchlaufen sie weiter“, sagte Wood am Dienstag in einer Erklärung. Sie ist eine von wenigen weiblichen Präsidenten unter den 211 Mitgliedsverbänden der FIFA auf der ganzen Welt. „Es ist eine Ehre, eine solche Verantwortung zu übernehmen, und ich freue mich darauf, einen positiven Beitrag zu einem Sport zu leisten, der so vielen Neuseeländern so viel bedeutet“, sagt sie.

Auf der Suche nach einem Nachfolger auf den obersten Posten des DFB werden neben Oliver Bierhoff, oder Christoph Metzelder auch Hannelore Ratzeburg und Silvia Neid gehandelt. Ratzeburg hat seit 2007 das Amt der Vizepräsidentin Frauen- und Mädchenfußball beim DFB inne. Silvia Neid ist seit 2016 Leiterin der Scoutingabteilung Frauen- und Mädchenfußball des DFB. Eine Wahl der Rekord-Bundestrainerin zur DFB-Präsidentin wäre ein deutliches Signal für einen Aufbruch.

Foto: Anders Henrikson

 

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