Janine Beckie: „Wir fahren nach Frankreich, um das Turnier zu gewinnen“

Die anstehende FIFA Frauen-Weltmeisterschaft in Frankreich gilt schon jetzt als spannendste WM aller Zeiten. Noch nie sprachen so viele Teams vom Titeltraum… 

Der Weltmeister aus den USA ist neben Gastgeber Frankreich der Topfavorit auf den 8. Frauen-WM-Titel. Doch die Frauenfußball-Weltspitze ist in den letzten Jahren so eng zusammengerückt, dass sich – anders als noch in den Neunziger Jahren – eine Prognose schwierig gestaltet. So hat England, der WM-Dritte von 2015, mit der WSL die erste vollprofessionelle europäische Frauenfußball-Liga initiiert und sagte den Top-Nationen den Kampf an. Schweden, das sich in sieben WM-Endrunden dreimal unter die Top Drei einreihte, gilt ebenso als Mitfavorit wie der zweimalige Vizeweltmeister Japan oder der Weltranglisten-Zweite Deutschland. Zudem rechnen sich Europameister Niederlande, Copa-Seriensieger Brasilien und auch der letztjährige WM-Gastgeber Kanada Chancen aus. Das kanadische Team hat weltweit wohl den größten Sprung gemacht und weist einen deutlichen europäischen Einschlag auf. Zum Kader gehören Spielerinnen von europäischen Spitzenklubs wie Olympique Lyon, Paris Saint-Germain oder Manchester City.

Eine von ihnen ist Janine Beckie. Die 24-jährige Stürmerin steht bereits kurz vor ihrem 50. Länderspiel und ihrem WM-Debüt. Im August 2018 wechselte sie vom Sky Blue FC in den USA zu Manchester City. Mit ihrer Debütsaison in England ist sie sehr zufrieden. „Im Vergleich zu den Staaten ist das hier eine ganz andere Welt. Ich genieße das bisher sehr“, so Beckie gegenüber FIFA.com. „Auch was den Fußball angeht ist das hier eine ganz andere Erfahrung. Ich wollte im Vorfeld der WM in einem Umfeld spielen, das tagtäglich aufs Neue eine Herausforderung darstellt. Ich weiß, dass noch mehr Spielerinnen aus unserem Team einen ähnlichen Schritt gemacht haben. Für Kadeisha Buchanan und Ashley Lawrence war es natürlich ein riesiger Schritt, direkt vom College zu Lyon und PSG zu gehen, aber es hat beide enorm weitergebracht. Das gilt für alle Spielerinnen, die nach Europa gegangen sind. Für unser Spiel ist das überaus förderlich.“

Derzeit konzentriert sich Beckie voll und ganz auf Manchester City und die englische Meisterschaft, doch schon bald wird Frankreich 2019 stärker in den Fokus rücken. Bei den letzten beiden Olympischen Spielen holte Kanada jeweils die Bronzemedaille. Bei einer FIFA Frauen-Weltmeisterschaft hingegen hat es Kanada noch nie aufs Podium geschafft. Das will man nun 2019 nachholen: „Wir wollen das Turnier gewinnen und sind fest entschlossen, die Nummer 1 zu werden“, so Beckie. „Wir haben das Können, die Strukturen, die Spielerinnen, den Stab – alles, was man braucht. Die beiden olympischen Bronzemedaillen waren ein riesiger Erfolg für uns. Die kanadischen Fans stehen seitdem mehr denn je hinter uns.“

Foto: Martin Bazyl / Canada Soccer

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