Laura Giuliani: „Wir können sofort um den Titel mitspielen.“

Der Traditionsverein aus Piemont gilt als Speerspitze einer in Italien nie dagewesenen Frauenfußball-Euphorie. Torfrau Laura Giuliani ist nur eine von vielen Stars beim
neu gegründeten Juventus-Frauenteam, das die Serie A fortan dominieren soll.

Laura, Du spielst seit diesem Jahr für Juventus. Wie ist es, für einen solch großen Club zu spielen?

Laura Giuliani: Es ist einfach großartig und ein super Gefühl für Juventus spielen zu dürfen. Ich bin ja nach fünf Jahren in Deutschland nun wieder zurück in meinem Heimatland Italien und es ist für mich eine große Ehre, Teil dieses großen Clubs zu sein.

Wie sind die Bedingungen in Turin und wo trainiert ihr?

Wir trainieren etwas außerhalb im Südwesten der Stadt und haben absolut großartige Trainingsbedingungen und professionelles Equipment. Uns wird alles zur Verfügung gestellt, was wir benötigen. Die Anlage, die uns Juventus dort zur Verfügung stellt ist wirklich hochprofessionell. Ich habe in meiner bisherigen Karriere noch nie eine so hochklassige Infrastruktur vorgefunden, wir hier in Turin. Das ist für mich schon etwas Neues und zeigt ein ganz neues Frauenfußball-Selbstverständnis in Italien.

Wie professionell ist die Ausgestaltung des Trainings und des Fußball-Alltags?

Es ist alles sehr professionell und ich fühle mich wirklich gut und stolz, diese Erfahrung hier in Turin machen zu dürfen. Es wird sich um alles gekümmert und der Verein macht schon sehr deutlich, dass man es mit der Frauenfußballabteilung sehr ernst meint. Juventus ist ein Topclub und das will man auch im Frauenfußball werden.

Welche langfristigen Zielsetzungen hat der Verein?

Der Verein hat von Anfang an große Ziele ausgegeben. Es soll mittelfristig schon nach Europa gehen. Wir wollen mit unserer Frauensparte schnell international anerkannt werden. Bei den Männern gehört Juventus traditionell zu den Top-Adressen im europäischen Frauenfußball. Zukünftig soll das auch mit den Frauen gelingen. Man hat vom ersten Tag an gemerkt, dass alles getan wird, um diese hochgesteckten Ziele auch zu erreichen.

Was denkst Du, könnt ihr schon um die Meisterschaft mitspielen?

Ja, auf jeden Fall. Die Mannschaft wurde ja so aufgestellt, dass sie gleich im ersten Jahr um den Titel mitspielen kann. Nichtsdestotrotz ist das nicht ganz einfach, weil die Mannschaft ja völlig neu zusammengestellt wurde. Wir müssen uns noch ein bisschen besser kennenlernen und die Automatismen erlernen. Aber der Start war schon sehr gut und wir werden unser Bestes versuchen, in die Champions League einzuziehen.

Würdest Du sagen, es entsteht gerade eine Frauenfußall-Euphorie in Italien?

Das würde ich schon sagen. Juventus hat durch seinen Einstieg eine große Euphorie entstehen lassen. Das hat dem Frauenfußball in Italien schon einen Schub gegeben. Die großen Clubs sehen unseren Sport jetzt mit anderen Augen und erkennen das große Potential, das im italienischen Frauenfußball steckt.

Was wünscht Du dir für die Zukunft des italienischen Frauenfußballs?

Juventus hat den Input gegeben, die italienische Liga noch professioneller zu machen. Es ist der richtige Weg, den Frauenfußball in Italien endlich den Stellenwert zu geben, den er verdient. Italien ist eine Fußballnation und ich hoffe, dass die positive Entwicklung anhält. Wir wollen Spanien, England oder Deutschland Paroli bieten.

Interview: Marcel Hache
Foto: foto2press

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